PRÄDIKAT 'BESONDERS WERTVOLL' für
Willkommen auf Deutsch (90 Min., PIER 53/NDR/SWR/FFHSH 2014)


Die Deutsche Film- und Medienbewertung FBW hat die PIER 53-Kinoproduktion 'Willkommen auf Deutsch' mit dem begehrten Prädikat 'Besonders wertvoll' ausgezeichnet. Aus der Begründung: 'Willkommen auf Deutsch' ist ein klug erzählter Dokumentarfilm, der Probleme beschreibt. Und gleichzeitig Möglichkeiten zeigt, sie miteinander zu lösen.

Zum Film:
Seit sechs Jahren steigen die Asylbewerberzahlen in Deutschland wieder an. Noch sind sie weit vom Niveau der frühen 90er Jahre entfernt, als 400.000 Flüchtlinge pro Jahr kamen. Doch mit den Nachrichten über ertrunkene Flüchtlinge vor Lampedusa und den Bildern wütender Anwohner in Berlin-Hellersdorf erlangte das Thema Mitte des vergangenen Jahres bundesweit eine neue Präsenz. Schlimmer noch: Es macht vielen Bürgern Angst.

Der 89-minütige Dokumentarfilm 'Willkommen auf Deutsch' setzt bei genau diesen Menschen an, bei ihren Sorgen und Vorurteilen. Nicht in Berlin-Hellersdorf, sondern in der bürgerlichen Mitte Westdeutschlands: im Landkreis Harburg, der sich zwischen der Lüneburger Heide und Hamburg erstreckt. 240.000 Einwohner und nur fünf Prozent Arbeitslosigkeit; ein Stück Deutschland, in dem die Welt noch in Ordnung scheint.

Doch jetzt leben traumatisierte Flüchtlinge neben Dorfbewohnern, die sich angesichts der neuen Nachbarn um ihre Töchter und den Verkaufswert ihrer Eigenheime sorgen. Junge Männer, die Armut und Perspektivlosigkeit entfliehen wollten, sollen in einem Ort untergebracht werden, der weder Bäcker noch Supermarkt hat. Was passiert, wenn Menschen aufeinandertreffen, die sich fremd sind, die noch nicht einmal miteinander reden können?

Anhand zweier Gemeinden im Landkreis Harburg, die stellvertretend für 82 Millionen Deutsche stehen, beschreibt der Dokumentarfilm 'Willkommen auf Deutsch' die kleinen und großen Konflikte, die bei der Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern aufbrechen. Dazu begleitet er nicht nur eine tschetschenische Mutter, die mit ihren sechs Kindern allein nach Deutschland gekommen ist, sondern auch den Fachbereichsleiter der überlasteten Verwaltung und Anwohner beider Gemeinden, die im Umgang mit den Flüchtlingen ganz unterschiedliche Wege gehen.

'Willkommen auf Deutsch' ist ein spannender, teils amüsanter, teils hoch emotionaler Film, der erstmals auch diejenigen zu Wort kommen lässt, die man an den Stammtischen vermutet, aber selten offen sieht und hört. Die Regisseure Carsten Rau und Hauke Wendler ('Wadim') beschränken sich dabei nicht auf eine aktuelle Bestandsaufnahme deutscher Asylpolitik. Mit ihrem neuen Film gehen sie einen entscheidenden Schritt weiter, indem sie hinterfragen, was einem nachhaltigen Wandel der Ausländer- und Integrationspolitik in diesem Land im Wege steht.

Die PIER 53-Produktion 'Willkommen auf Deutsch' wurde mit dem Prädikat 'besonders wertvoll' der Deutschen Film- und Medienbewertung FBW ausgezeichnet. Der Film läuft ab dem 12.03.2015 bundesweit in den Kinos (mehr Infos dazu unter www.willkommen-auf-deutsch.de)


Pressestimmen:

"Hauke Wendler und Carsten Rau zeigen in ihrem Dokumentarfilm 'Willkommen auf Deutsch' ein erfrischend differenziertes Bild der aktuellen Flüchtlingsdiskussion. Den bekannten Ängsten und Vorurteilen stellen sie Menschen gegenüber, die Menschen helfen bei ihren ersten Schritten in einer fremden Umgebung und Kultur." (Ernst A. Grandits, Moderator 'Kulturzeit', 3sat)

"Ein Film, der nachdenklich macht, der wütend macht, der aber auch weh tut. Denn er deckt den Alltagsrassismus der bürgerlichen Mitte Deutschlands auf." (Tobias Schlegl, Moderator 'aspekte', ZDF)

"Für Hauke Wendler sind Tespe und Appel filmreife Paradebeispiele. An ihnen ließen sich die einzelnen Konfliktlinien der Betroffenen sehr gut nachzeichnen und darstellen. (...) Das Thema habe schließlich bundesweite Relevanz. Und ein Ende sei nicht absehbar." (Ines van Rahden, Hamburger Abendblatt)

"Rau und Wendler stellen richtige und wichtige Fragen, halten sich aber komplett im Hintergrund, geben den Menschen Zeit, ihre Gedanken zum Ausdruck zu bringen. (…) Das ist manchmal amüsant, manchmal tief tragisch. Aber immer erhellend, informativ und berührend. 'Willkommen auf Deutsch' ist ein klug erzählter Dokumentarfilm, der Probleme beschreibt. Und gleichzeitig Möglichkeiten zeigt, sie miteinander zu lösen." (Deutsche Film- und Medienbewertung zur Vergabe des Prädikats 'besonders wertvoll')

"Der Film zeigt, wie unsere Gesellschaft für die ansteigende Zuwandererzahl gerade auch im Kleinen Lösungen finden kann, und er gibt der bisherigen Flüchtlings-Diskussion durch die sehr emotionale, aber auch amüsante Umsetzung einen neuen, positiven Anstoß." (Doris Bandhold, Kuratorin Filmforum Nordische Filmtage Lübeck)

"Wendler und Rau zeigen einen Alltagsrassismus, der nicht in Springerstiefeln, sondern im Gewand der Nächstenliebe und Demokratie daherkommt. Aber auch Menschen, die bei Flüchtlingskindern übernachten, als deren Mutter ins Krankenhaus muss. Und wie der Wirt am Ende Schnitzel mit den Albanern brät – mitten in der deutschen Provinz." (Grit Lemke, Leiterin des Dokumentarfilmprogramms DOK Leipzig)

"Zwischen all diesen unterschiedlichen Geschichten und Ansichten schafft es der Film auf eine unaufgeregte Art die Abgründe des deutschen Asylrechts und der deutschen Willkommenskultur aufzuzeigen. (...) Ein kritischer Film mit faszinierenden Impressionen und ein Meinungsforum, das allen Ansichten Platz lässt. Wer ihn gesehen hat, der denkt beim Thema Asyl zwei mal nach." (DOK Leipzig Spotters)