Nominierung zum DT. MENSCHENRECHTS-FILMPREIS 2008 für
Neun Finger, keine Papiere (44 Min., SWR 2007)


Eine unabhängige Jury hat die PIER 53-Produktion 'Neun Finger, keine Papiere - Ein illegaler Tagelöhner will sein Recht' für den Deutschen Menschenrechts-Filmpreis 2008 nominiert. Die Auszeichnung wird alle zwei Jahre verliehen und würdigt "engagierte Berichterstattung, sachkundige Dokumentation und mutige Kritik".

Die Autoren Carsten Rau und Hauke Wendler haben sich bereits in mehreren Dokumentationen und Reportagen mit dem Themenkomplex Illegale Migration auseinandergesetzt. Ihr Film 'Neun Finger, keine Papiere', den PIER 53 für die SWR-Redaktion 'betrifft' produziert hat, vertieft diese Arbeiten.

Am Beispiel des jungen Bulgaren Mitko, der ohne gültige Papiere in Hamburg lebt, verdeutlichen die beiden Autoren, unter welchen Bedingungen sich illegale Einwanderer Tag für Tag in Deutschland durchschlagen. Der 24-jährige hatte ohne Papiere im Hamburger Hafen gearbeitet und bei einem Unfall seinen rechten Zeigefinger verloren. Trotzdem holte sein Chef keinen Krankenwagen, weil er Angst hatte, seine illegalen Geschäfte könnten auffliegen.

Monate später machte sich der junge Mann auf die Suche nach seinem ehemaligen Arbeitgeber. Mit Hilfe eines Anwalts wollte sich Mitko zumindest eine kleine Entschädigung erstreiten, die ihm nach deutschem Recht zusteht. Doch es kam anders. Die Autoren Carsten Rau und Hauke Wendler haben ihn vier Monate begleitet: bei der Suche nach Zeugen, nach Beweisen, nach Gerechtigkeit.

Anlässlich der Nominierung bedankt sich PIER 53 nochmals bei allen, die an der Produktion mitgewirkt haben: bei Boris Mahlau (Kamera), Torsten Reimers (Ton), Tim Boehme (Schnitt) und den SWR-Redakteuren Eva Witte und Kai Henkel. Unser besonderer Dank und Respekt gilt den Menschen, von denen dieser Film handelt. Ohne ihr mutiges Auftreten vor der Kamera wäre eine Dokumentation zu diesem Thema nicht möglich gewesen.

05.12.2008