REGINE-HILDEBRANDT-PREIS 2009 für
Arm und alt - Wenn die Rente nicht reicht (29 Min., NDR/ARD 2008)


Mit dem Regine-Hildebrandt-Preis würdigt die Stiftung Solidarität bei Arbeitslosigkeit und Armut seit 1997 "herausragendes soziales Engagement". Zu den bislang Ausgezeichneten gehören neben Armutsprojekten und Arbeitsloseninitiativen Politiker wie Regine Hildebrandt, Heiner Geißler, Hans-Jochen Vogel oder auch der Sozialethiker Friedhelm Hengsbach.

In diesem Jahr stand die Ausschreibung unter dem Motto "Armut im Alter - unser aller Armutszeugnis"; ein Zitat der verstorbenen Politikerin Regine Hildebrandt, der Namensgeberin des Preises. Als erste Journalisten überhaupt dürfen Carsten Rau und Hauke Wendler die Auszeichnung entgegen nehmen, da sie es laut offizieller Begründung geschafft haben, ein "vernachlässigtes Thema in die öffentliche Diskussion zu bringen."

Die PIER 53-Produktion 'Arm und alt - Wenn die Rente nicht reicht' ist im Auftrag der NDR-Redaktion 'Die Reportage' entstanden und wurde im Juni 2008 in der Reihe ARD-exclusiv gesendet.

Zwei Wochen lang haben die Autoren dafür die Sozialarbeiterin Irmtraut Pommer begleitet, die das Büro der Arbeiterwohlfahrt in Bremen-Gröpelingen leitet, einem sozialen Brennpunkt der Stadt. Anhand ihrer Hausbesuche bei alten Menschen, die an oder unter der Armutsgrenze leben, macht die Reportage einen sozialen Misstand deutlich, der von wachsender Bedeutung ist.

Schon heute leben 400.000 Rentner in Deutschland von Grundsicherung, von der Sozialhilfe für Senioren. In 20 Jahren ist jeder Dritte Deutsche von Altersarmut bedroht, so schätzen Experten. Aus der Begründung des Stiftungskuratoriums:

"'Arm und alt' zählt zu jenen wünschenswerten, doch viel zu seltenen Sozialreportagen, die Unbehaglichkeit zumuten und auf Anhieb nachdenklich stimmen. Carsten Rau und Hauke Wendler dokumentieren höchst schlichte, keineswegs ungewöhnliche Fallbeispiele drohender oder längst vollzogener Altersarmut - dies gelingt ihnen engagiert, zugleich unaufgeregt und ohne Mitleidsgeheische. (...) So gerät der Film eindrucksvoll zum beschämenden Armutszeugnis unserer Gesellschaft."

PIER 53 bedankt sich bei den Kollegen, die an der Produktion mitgewirkt haben: bei Boris Mahlau (Kamera), Torsten Reimers (Ton), Dietrich Müller (Schnitt) und Christian Stark (Sprecher) sowie bei der verantwortlichen NDR-Redakteurin Dr. Erika Mondry.

Unser besonderer Dank und Respekt gilt Irmtraut Pommer von der Arbeiterwohlfahrt, die wesentlich zum Gelingen des Projektes beigetragen hat, sowie den alten Damen und Herren, die wir mit der Kamera begleiten durften. Es hat sie Überwindung und viel Kraft gekostet, von ihren alltäglichen Sorgen und Nöten zu berichten.

Der Regine-Hildebrandt-Preis ist mit 20.000 Euro dotiert. PIER 53 spendet den Betrag an zwei gemeinnützige Einrichtungen in Bremen, die seit Jahren im Themenfeld Altersarmut aktiv sind.

23.04.2009