Die Nachrichtenmaschine
50 Jahre dpa (44 Min., NDR 1999)


Buch/Regie: Carsten Rau und Clas Oliver Richter
Redaktion: Michael Kipp-Thomas und Uwe Zimmermann
Produktion: NDR


Die Deutsche Presseagentur dpa gehört zu den größten der Welt. Ein Medienkonzern, der Tausende von Zeitungen, Fernseh- und Radiosendern täglich mit Nachrichten versorgt. Der Film führt den Zuschauer in die Hamburger Zentrale der Agentur, in der Klaus von Elmt über das Ressort Politik / Inland herrscht. Von Elmt staucht Korrespondenten am Telefon zusammen, nimmt Volontäre und Redakteure an die Kandare und mekelt an deren Texten herum.

Parallel zum Treiben in der Zentrale montieren die Autoren Carsten Rau und Clas Oliver Richter den atemlosen Arbeitsalltag des Bonner Korrespondenten Ulrich Scharlack, wenige Tage vor dem Umzug des Bundestages nach Berlin: Ein Durcheinander von Verlautbarungen und Pressekonferenzen. Täglich verlieren sich Journalisten im PR-Gestrüpp der Parteien und Verbände: Wer sagt die Wahrheit? Wer lügt?

Anhand der letzten Bundespressekonferenz mit Kanzler Schröder in Bonn dokumentiert der Film zeitgleich an mehreren Orten die Entstehung einer Nachricht, vom dpa-Büro in Bonn bis zur Sendung der Tagesschau. Und solange irgendein Bundespolitiker noch etwas zu sagen hat, können die dpa-Korrespondenten nicht in den Feierabend. "Es gibt natürlich Kollegen, die bei uns das Rentenalter erreichen", so Scharlack in einer kurzen Pause. "Das sind aber eher die Ausnahmen."

Der Film erzählt die Geschichte der dpa, von ihrem Ursprung 1945 unter britischer Besatzung über die Sternstunden der Agentur bis zu ihren peinlichsten Pannen. So schickte die dpa eine Eilmeldung in die Welt, der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita Chruschtschow seit tot. Druckpressen wurden angehalten, die Nachrichten gingen auf Sendung. Doch Chruschtschow lebte.