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Einheitsland –
Oder doch nicht? (44 Min., NDR 2019)


Buch/Regie: Birgit Wärnke
Redaktion: Jochen Gräbert und Marc Brasse
Produktion: PIER 53 Filmproduktion


Warum gibt es 30 Jahre nach dem Mauerfall noch ein Ost und ein West, ein Wir und ein Ihr? Woran liegt das?, fragt sich die Autorin Birgit Wärnke, die selbst in der DDR geboren wurde und das System in ihrer Kindheit und Jugend durchlaufen hat: Krippe, Kindergarten, Jungpionier, dazu die Sporterziehung im Armee Sportklub. Dann kam die Wende und Wärnke ging, wie so viele junge Ostdeutsche, in den Westen.

20 Jahre später macht sich die mittlerweile preisgekrönte Journalistin auf eine sehr persönliche Spurensuche. Sie trifft Menschen, die sich die DDR zurückwünschen, "weil es früher besser war", wie die Freundinnen Liane Linke und Monika Barnekow sagen, die im Schweriner VEB Kombinat Lederwaren zusammenarbeiteten. "Heute musst Du dich um alles selber kümmern."

Doch Birgit Wärnke begegnet auch Menschen wie Werner Molik. Der Systemkritiker wurde 1977 verhaftet und erst anderthalb Jahre später von der Bundesrepublik freigekauft. Heute besitzt er ein 4-Sterne Hotel auf Usedom. Molik sieht sich als Wendegewinner und trotzdem ist er unzufrieden, will "die deutsche Kultur bewahren". Präzise arbeitet der Film heraus, dass sich nicht nur die sogenannten Abgehängten im Osten zur AfD hingezogen fühlen, sondern auch erfolgreiche Unternehmer wie Molik, der in der DDR noch Oppositioneller war.

EINHEITSLAND ist eine nachdenklich stimmende Dokumentation über den Zustand unserer Republik, durch die sich ein tiefer Graben zieht. Denn auch in den alten Bundesländern trifft die Autorin auf Unzufriedenheit: "In Ostdeutschland ist mittlerweile alles vom Feinsten. Westdeutschland wurde zu lange vernachlässigt. Jetzt müssen wir mal an Gesamtdeutschland denken".


Pressestimme:

"Die intensive Dokumentation berichtet über den Zustand der Bundesrepublik Deutschland mit Rückblicken in die Geschichte." (TV Movie)