Kalte Spuren - Ermittlungen
zur Lübecker Brandkatastrophe (29 Min., NDR/ARD 1996)


Buch/Regie: Sven Nielsen, Stefan Niemann und Carsten Rau
Redaktion: Kuno Haberbusch und Burkhard Nagel
Produktion: NDR


Es ist die Nacht zum 18. Januar 1996, als in einer Lübecker Unterkunft für Asylbewerber Feuer ausbricht. Zehn Menschen kommen in den Flammen um. Schnell verhaftet die Polizei vier Rechtsradikale aus Grevesmühlen in Mecklenburg - und lässt sie wieder frei. Wenig später erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Safwan Eid, einen Heimbewohner. Er soll das Feuer selbst gelegt haben. Doch der junge Libanese beteuert seine Unschuld.

Die Autoren Sven Nielsen, Stefan Niemann und Carsten Rau rekonstruieren die Ereignisse der Tatnacht und die Arbeit der Ermittlungsbehörden nach der Katastrophe. Dabei ergeben sich Auffälligkeiten: Eid wird angeklagt auf Grund eines Geständnisses, das er nie gemacht haben will. Im Haftbefehl findet sich die eine Aussage eines Zeugen, die dieser bestreitet. Und der Nachbar im Heim, an dessen Tür Eid aus Rache das Feuer gelegt haben soll, kann sich an einen Streit mit dem Angeklagten nicht erinnern.

Trotz dieser und anderer Widersprüche hält die Staatsanwaltschaft an der Anklage gegen Safwan Eid fest. Die Ermittlungen gegen die jungen Rechtsradikalen aus Grevesmühlen nimmt sie nicht wieder auf. Und das, obwohl die vier Männer Brandspuren im Gesicht hatten, über kein Alibi verfügen und sie mehrfach in direkter Nähe des Tatortes gesehen wurden. Im Prozess um den Brandanschlag vor dem Landgericht Lübeck wird Safwan Eid freigesprochen. Wer das Feuer in jener Nacht gelegt hat, ist bis heute unbekannt.