Strom aus der Wüste -
Energie für Europa (60 Min., Arte/NDR 2012)


Buch/Regie: Carsten Rau und Hauke Wendler
Redaktion: Monika Schäfer
Produktion: PIER 53 Filmproduktion


Die Atomkraft ist zu gefährlich, der Kohlestrom zu schmutzig. Aber woher soll Europa dann seine Energie beziehen? Für den Holländer Paul van Son gibt es keinen Zweifel: "Unsere eigenen erneuerbaren Energien reichen nicht aus. Die Zukunft der europäischen Stromversorgung liegt in den Wüsten Nordafrikas. Es geht nur noch um die Frage, wann wir damit anfangen."

Paul van Son ist Geschäftsführer der Desertec Industrie Initiative, eines Zusammenschlusses vieler großer Unternehmen wie RWE, Deutsche Bank, Münchener Rück und Siemens, welche die Sonnenenergie der Wüsten ausbeuten und den Strom nach Europa transportieren wollen. Denn in der Sahara gibt es mehr Sonnenenergie, als Afrika und Europa zusammen verbrauchen könnten. Und die Wüsten bieten genug Platz für große Solarkraftwerke, mit denen man ausreichend Strom für die europäischen Industrienationen produzieren könnte.

Ein Projekt, das nach Schätzungen von Fachleuten Hunderte Milliarden Euro kosten würde. Kritiker halten die Baukosten aber für zu hoch und die Staaten der Sahara für politisch nicht stabil genug, um sich langfristig von ihnen abhängig zu machen. Andere verweisen auf das starke Bevölkerungswachstum und den steigenden Stromverbrauch Afrikas. Die Staaten nördlich der Sahara hätten andere Probleme zu lösen als europäische Fabriken und Haushalte mit Energie zu beliefern.

Die Autoren Carsten Rau und Hauke Wendler begleiteten das Desertec-Projekt über ein halbes Jahr lang in Europa und Afrika. Sie wägen seine Chancen und Risiken ab, lassen Befürworter und Gegner zu Wort kommen. Ein Film über ein Projekt, das einmalig in der Menschheitsgeschichte wäre.