Notruf 112 -
Die Männer von der Feuerwehr (29 Min., NDR/ARD 1998)


Buch/Regie: Carsten Rau
Redaktion: Margarete Runte-Plewnia
Produktion: NDR


Einen Monat lang hat Carsten Rau mit einem Kamerateam die Männer der Feuerwache 1 in Hannover begleitet. Seine Reportage erzählt die Geschichte des jungen Brandmeisters Rüdiger Brunke, der frisch von der Feuerwehrschule kommt. Einer wie Brunke hat es nicht leicht bei den Männern von der Feuerwehr: blondierte Haare, Abitur, Zivildienst statt Bundeswehr, Techno-Fan. Der erste Ärger folgt prompt: Alarm. Rennende Beine. Aufheulende Motoren. Die laufende Kamera springt mit den Männern in den Feuerwehrwagen, doch Brunkes Platz bleibt leer. Der Neue hat seinen ersten Einsatz verpasst!

Zwischen Wohnungsbränden, Unfällen und Toten muss der Berufseinsteiger sich bewähren. Zurück vom Einsatz verliert kaum einer ein Wort über das Geschehene. Fernseher an, Kartoffeln schälen für’s Mittagessen: "Du kannst nicht über alles lange nachdenken. Sonst gehst du daran kaputt", meint ein älterer Kollege. Doch jeder der Männer trägt finstere Erinnerungen mit sich herum: der schreiende Vater mit dem toten Baby. Der verblutende Fernfahrer auf der Autobahn. Die Selbstmörderin unter der U-Bahn.

Der Film führt den Zuschauer in brennende Häuser, in denen Menschen ohne Atemschutz binnen Sekunden sterben würden. Rüdiger Brunke und seine Kollegen löschen das Feuer, treten qualmend ins Freie, reißen sich Helme und Atemschutzmasken vom Gesicht. Brunke, schweißnass und voller Ruß, hat es geschafft. Ein Kollege hilft ihm, die Ausrüstung loszuwerden und spottet: "Na Rotarsch, warst’ jetzt auch mal im Feuer?"