Öl über Bord -
Die tägliche Umweltkatastrophe (29 Min., NDR/ARD 1999)


Buch/Regie: Carsten Rau
Redaktion: Margarete Runte-Plewnia
Produktion: NDR


Nachts in der Biskaya, etwa 40 Seemeilen vor der französischen Küste. Ein griechischer Frachter auf dem Weg von Afrika nach Hamburg: Irgendjemand auf dem Schiff öffnet die Ventile und lässt illegal Ölschlamm im Meer verschwinden, tonnenweise. Was der Täter nicht weiß: In wenigen Tagen wird ein Hamburger Wasserschutzpolizist an Bord gehen und ihm auf die Spur kommen.

Die Reportage begleitet Kommissar Thorsten Koops bei seiner Suche nach Umweltsündern. "Hier stimmt was nicht", meint Koops, als er im Hamburger Hafen die Schiffspapiere des vergammelten Frachters durchblättert, darunter das so genannte Öltagebuch. Kurz darauf steigt er hinab in den dunklen Maschinenraum und beginnt zu suchen.

Zum ersten Mal ist es einem deutschen Fernsehteam gelungen, das tägliche Umweltverbrechen an Bord zu dokumentieren. Denn auf vielen Frachtern pumpt die Besatzung Tonnen von Ölschlamm über Bord: Schwermetalle, Schwefel, Asche - der letzte Dreck, den eine Schiffsmaschine vom Treibstoff übrig lässt. Eigentlich soll der Sondermüll in den Häfen entsorgt werden. Doch das kostet Geld, das Geld der Reedereien.

Wer steckt hinter diesen Verbrechen? Wer gibt den Befehl, das Öl ins Meer zu pumpen? Die Recherchen führten Autor Carsten Rau bis ins griechische Piräus. Eine Reportage über das gnadenlose Gewinnstreben vieler Reedereien und den Kampf eines Polizisten gegen die tägliche Umweltkatastrophe.