Rumänische Banden
auf Raubzug in Deutschland (29 Min., NDR/ARD 1995)


Buch/Regie: Stefan Niemann und Carsten Rau
Redaktion: Maria Maier-Reimer
Produktion: NDR


Sie kommen in der Nacht, durchbrechen mit geklauten Autos Schaufensterscheiben, rauben Geschäfte und Banken aus. Wenige Minuten später sind sie verschwunden, mit tonnenschweren Tresoren. Am nächsten Morgen finden Anrainer und Polizei die abgekippten Geldschränke im Wald wieder - aufgebrochen und leer. Rumänische "Panzerknackerbanden", so nennt sie die Boulevardpresse. Über Jahre halten sie die deutsche Polizei in Atem. Auf dem Höhepunkt der Jagd sind über 50 Sonderkommissionen hinter den Verbrechern her.

Autor Carsten Rau begleitet die Kasseler Sonderkommission "Karparten", durch hessischen Wälder, traumatisierte Dörfer und Berge von Fahndungsakten. Sein Kollege Stefan Niemann trifft Schieber, Diebe und Polizeioffiziere in der rumänischen Hauptstadt Bukarest und in Bacao, an der Grenze zu Moldawien. "Von hier kommen viele der Banden", so ein junger Mann, der in Deutschland erwischt wurde und dort seine Strafe abgesessen hat. "Erst neulich ist hier ein Reisebus nur mit Verbrechern Richtung Deutschland losgefahren!"

Der Fahnder Klaus Wittich kennt die Wege und Ziele der Banden. Doch Wittichs Sonderkommission ist nur eine Truppe auf Zeit. Die Kollegen sind aus verschiedenen Dienststellen "zusammengeliehen", genau so wie die Einsatzwagen und Büromöbel.

"Außerdem schlagen wir uns ständig mit der Staatsanwaltschaft herum", so Wittich. "Wir ermitteln Tatverdächtige und Banden, sichern Spuren von Bandendelikten, die sich durch vier, fünf Bundesländer ziehen. Und dann sagt mir ein Staatsanwalt, er sei nicht für Bayern oder Hamburg zuständig und zerschlägt das ganze Verfahren!" Was bleibt, sind Bagatelldelikte. Und die Abschiebung der Kriminellen nach Rumänien.

Die Reportage beschreibt die schwierige Arbeit einer Sonderkommission zwischen rechtsstaatlichem Anspruch und realem Polizeialltag.